weltverbesserer Leben Kleider spenden ist besser als wegwerfen: so geht’s

Kleider spenden ist besser als wegwerfen: so geht’s

Ungeliebte Kleider in die Tonne geben? Bitte nicht! Kleider spenden ist viel besser: Wir zeigen dir, wo du Kleidung hinbringen kannst, die du nicht mehr brauchst.

Kleidung und Schuhe im Überfluss? Stimmt. Wir kaufen zu viel, weil wir oft nur der neuesten Mode hinterher hecheln. Und dann tragen wir das neue Stück nur einmal. Oder es wandert gleich als Fehlkauf in die hinterste Ecke vom Kleiderschrank …

Du willst das ändern? Finden wir super. Spende deine Klamotten doch einfach! Gebrauchte Kleider spenden kannst du bei vielen sozialen Einrichtungen. Gut für die Umwelt ist das auch, weil so die Nutzungszeit von Kleidung steigt, sie also nicht einfach umsonst produziert wurde. Bedenke: Die Baumwollindustrie gehört zu den umweltschädlichsten Branchen weltweit, und neben Bio-Baumwollen ist vor allem eine längere Nutzung von Kleidung ein Weg zu einem geringeren ökologischen Fußabdruck.

Hier kannst du deine Kleiderspende in gute Hände geben:

Kleiderspende an DRK, Caritas & Co.

Gib deine Kleidung direkt bei den lokalen Kleiderkammern ab:

  • Auf der Webseite vom Deutschen Roten Kreuz findest du die Adressen von allen DRK-Kleiderkammern. Eine ist sicher auch in deiner Nähe.
  • Auch die Caritas betreibt in vielen deutschen Städten Kleiderkammern, zum Beispiel in Berlin.
  • Die Heilsarmee ist ebenfalls mit eigenen Kleiderkammern in etlichen Städten vertreten.
  • Suche mit der Karten-App deines Smartphones nach Kleiderkammer, dann zeigt dir die Map die nächstgelegenen Abgabestellen der Verbände. Die Mitarbeiter vor Ort können dir gleich sagen, was sie gebrauchen können.

Obwohl karitative Organisationen auch Altkleidercontainer zur Verfügung stellen, sind sie nicht die alleinigen Betreiber. Private Anbieter wollen damit vor allem Geld verdienen (ntv). Und die dort abgegebenen Kleider landen nicht immer dort, wo die Spender es vermuten, nämlich ohne Umwege und Kosten bei den Bedürftigen. Gut erhaltene Kleidung wird teils an Secondhand-Läden in Deutschland oder Westeuropa verkauft.

Hier kannst du „Die Altkleiderlüge“ bei YouTube ansehen:

Regionale Hilfsverbände

Kleinere Vereine für Spenden wie Hanseatic Help aus Hamburg oder die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in München sorgen dafür, dass deine Gebrauchtkleidung an der richtigen Adresse ankommt. Bei Hanseatic Help versorgt ein ehrenamtliches Team bedürftige Personen und verteilt Spenden an viele gemeinnützige Träger und Organisationen.

Die Spenden gehen an Geflüchtete, Obdachlose, Frauenhäuser oder Kinderheime in ganz Deutschland. Allein in Hamburg unterstützt Hanseatic Help über 150 Einrichtungen mit kostenloser Kleidung und Artikeln des täglichen Bedarfs. Zusätzlich werden Hilfsgüter in Krisenregionen wie Syrien, Irak, Griechenland, Sizilien oder Haiti geliefert.

Du kannst Kleidung spenden oder aktiv mit anpacken: Tatkräftige Helfer werden immer gebraucht.

Kleider spenden an Sozialkaufhäuser

So genannte Sozialkaufhäuser werden in der Regel von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen oder Sozialämtern betrieben. Gute Adressen für gespendete Kleidung:

Günstig einkaufen darf hier jeder, ganz unabhängig von seinem/ihrem Einkommen.

Oxfam & andere Verbände für deine Kleiderspende

Lokale, regionale oder überregionale Wohltätigkeitsverbände wie Oxfam oder Kinderhilfsprojekte wie die Arche sammeln ebenfalls gebrauchte Kleidung für Bedürftige. Bei Oxfam wird deine Kleidung in den Oxfam-Läden weiterverkauft. Das Geld kommt der entwicklungspolitischen Arbeit von Oxfam Deutschland e.V. zugute.

Auch für Unverkäufliches versucht Oxfam, eine sinnvolle Weiterverwertung zu finden – nicht verkaufte, gut erhaltene Dinge werden an lokale Sozialkaufhäuser oder Beschäftigungsprojekte weitergereicht. Einen Oxfam-Laden in deiner Nähe findest du auf dieser Karte.

Spendenmöglichkeiten online checken: Das Portal „Wohin damit?

Nicht jeder kennt sich mit sozialen Einrichtungen aus, weiß, was diese gerade brauchen könnten und wo man das abgeben kann. Die Webseite „Wohin damit?“ macht es dir einfach. Hier findest du soziale Einrichtungen in deiner Stadt, die sich über Spenden freuen.

Gelistet wird alles von Bahnhofsmissionen, Flüchtlingsvereinen, Kinderhilfswerken, der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonie bis hin zu kleinen Vereinen. Toll: Du kannst nicht nur Kleidung spenden, sondern auch Möbel, Spielzeug, Bücher, Elektronik, Hausrat und vieles mehr.

Kleidung spenden: noch zwei Ideen

Tausch doch mal!

Was dir nicht mehr gefällt, könnte für jemand anderen zum Lieblingsstück werden. Die Devise heißt tauschen! Mittlerweile gibt es zahlreiche Tauschboxen, kleine Häuschen, in denen du öffentlich zugänglich alte Dinge ablegen kannst, die die Menschen aus dem Viertel kostenlos mitnehmen können. Oder du probierst es mal mit dem von Greenpeace ehrenamtlich ins Leben gerufenen Kleidertausch. Hier findest du Tipps und Checklisten für deine eigene Kleidertauschparty. In der zugehörigen Facebookgruppe tummeln sich die Fans von Second-Hand-Fashion. Da findet sich sicher jemand aus deiner Region, mit dem du eine Kleidertausch-Party organisieren kannst. Macht übrigens Spaß!

Upcycling: aus Alt mach Neu

Nicht sicher, ob du ein liebgewonnenes Stück weggeben willst? Probier’s mal mit Upcycling. Kleidung, die du nicht mehr trägst oder kaputte Teile lassen sich mit ein bisschen Geschick in etwas ganz Neues verwandeln. Aus den Stoffen von alter Kleidung oder Bettzeug kannst du tolle Dinge zum Anziehen oder für die Heim-Deko zaubern. Inspirierende Beispiele findest du zum Beispiel bei Handmade Kultur.

Kleider spenden schont die Umwelt

Pro Jahr fallen etwa zwölf Kilogramm Altkleidung pro Person an. Stell dir mal vor, wie viel vermeidbarer Extra-Müll entstehen würde, wenn du deine ungetragenen Spontankäufe oben drauf wirfst!

Viele weggeworfene Kleidungsstücke sind noch tragbar. Wenn dich dein schlechtes Gewissen (und der überfüllte Kleiderschrank) drücken, spende deine Kleider. Damit andere Menschen, die bedürftig oder in einer Notlage sind, sich über gut erhaltene Kleidung freuen können.

Und hier noch 3 Tipps, wenn du dem übervollen Kleiderschrank den Kampf ansagen willst:

  1. Keine Spontankäufe! Das schicke Teil nicht im Vorbeigehen kaufen, sondern mal eine Woche abwarten und überlegen, ob du es wirklich brauchst.
  2. Qualität vor Quantität! Ein neuer Mantel sollte mehr als eine Saison überleben. Ja, qualitativ hochwertige Mode kostet mehr, ist aber eine sinnvolle Investition und entlastet deinen Kleiderschrank: Lieber ein richtig gutes Stück als 10 Billigteile!
  3. Nachhaltig kaufen! Labels wie Armed Angels oder hessnatur produzieren nachhaltige Mode, die auf unsere Umwelt, faire Produktionsbedingungen und Langlebigkeit Wert legt. Die deutlich bessere Alternative, wenn es denn unbedingt ein neues Stück sein muss!