weltverbesserer Machen Wäsche richtig waschen: 10 Tipps, die Umwelt und Geldbeutel schonen

Wäsche richtig waschen: 10 Tipps, die Umwelt und Geldbeutel schonen

Blumig, fruchtig oder frühlingsfrisch? Supermärkte bieten eine große Auswahl an Produkten zum Wäsche waschen, plus Wäscheduft und Weichspüler. Doch Wäschewaschen hat auch eine schmutzige Seite: Denn mit jedem Waschgang schaden wir der Umwelt.

Gefühlt ist uns allen klar, dass Waschmittel die Umwelt schädigen. Aber kann man da gar nichts besser machen?

Es ist zumindest schwer. Denn es gibt es leider keine „umweltfreundlichen“ Waschmittel – das zumindest sagt das Umweltbundesamt (UBA): Alle Produkte können Stoffe enthalten, die biologisch nicht leicht oder nicht vollständig abbaubar sind oder Wasserlebewesen schädigen. Dazu zählen unter anderem Mikroplastik oder verschiedene Arten von Tensiden. Viele Waschmittel enthalten auch Duftstoffe, welche sich in der Umwelt, in Tieren sowie im Menschen anreichern sowie Hautirritationen oder Allergien auslösen können (DAAB).

Und doch gibt es natürlich ökologischere Waschmittel, die zumindest im Vergleich umweltfreundlicher sind. Wir haben die wichtigsten Tipps zum Thema ökologisch und richtig Wäsche waschen hier für dich zusammengefasst.

Umweltfreundliches Waschmittel: So erkennst du es

Richtig waschen – mit Baukastensystemen

Das Umweltbundesamt rät dazu, Wäsche mit Baukastensystemen zu waschen. Diese bestehen aus einem Basiswaschmittel, einem Wasserenthärter und einem Bleichmittel – die Komponenten kannst du nach Bedarf selbst mischen.

Den Enthärter brauchst du nur, wenn du in einer Gegend mit hartem Wasser wohnst (z.B. München), das Bleichmittel nur bei starken Verschmutzungen. Indem du das Waschmittel so anpasst, belastest du das Wasser jedes Mal mit so wenigen Chemikalien wie möglich. Baukastensysteme findest du online, zum Beispiel von Sonett. Die einzelnen Komponenten sind zwar nicht ganz billig, aber sehr ergiebig.

Übrigens: Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem, Waschpulver anstelle von flüssigem Waschmittel zu nutzen, weil diese besser waschen und das Klärwerk weniger belasten. Farbige Wäsche wäschst du mit Colorwaschmitteln richtig; diese grauen die Textilien nicht aus.

Nicht alles, was öko ist, ist öko

Die Begriffe „Bio“, „nachhaltig“ oder „öko“ sind für Reinigungsmittel nicht gesetzlich geschützt. Theoretisch dürfen sich also auch nicht-umweltfreundliche Waschmittel als solche bezeichnen (SWR). Wähle Produkte deshalb nie nur aufgrund des Namens oder eines Werbeversprechens aus. Aber wie dann? Mit Siegeln!

Orientiere dich an Siegeln

Du kannst dich beim Einkauf an seriösen Siegeln orientieren. Zu den wichtigsten zählen:

  • NCP: Das Siegel „Nature Care Product“ erlaubt nur Inhaltsstoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, verbietet Mikroplastik, Gentechnik und Tierversuche. Mehr Informationen hier.
  • Ecogarantie: Produkte mit Ecogarantie-Label müssen Bio-Zutaten nutzen, wenn diese verfügbar sind, und z.B. frei von gentechnisch veränderten und petrochemischen Inhaltsstoffen sein. Darüber hinaus müssen die Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich halten. Mehr Infos hier.
  • Blauer Engel: Der Blaue Engel für Maschinengeschirrspülmittel und Waschmittel ist in Deutschland weit verbreitet. Die Kriterien werden vom Umweltbundesamt erarbeitet. Mehr Infos hier.
Wäsche richtig waschen - ökologische Wäsche
Wäsche richtig waschen: Auch bei ökologischem Waschmitteln kommt es auf die richtige Dosierung an.

Wäsche richtig Waschen: Das musst du beachten

Wäsche richtig waschen ist gar nicht einfach. Hier die wichtigsten Tipps, die in der Regel auch noch Geld sparen und die Umwelt schonen.

Wasche Wäsche nicht zu oft

Die Deutschen verbrauchen im Jahr fast acht Liter Waschmittel (BMU 2017). Dabei kannst du deinen Verbrauch leicht reduzieren. Frage dich: Muss ich die Wäsche wirklich schon wieder waschen?

Oft reicht einfaches Lüften – und schon ist ein getragenes Kleidungsstück wieder frisch. So sparst du auch Strom, Wasser und Waschmittel – und schonst somit auch den Geldbeutel – und die Umwelt.

Den richtigen Waschgang wählen

Du hast herkömmliche Waschmittel aus deinen vier Wänden verbannt? Super! Jetzt musst du nur noch das richtige Programm wählen. Denn: Moderne Waschmaschinen reinigen Wäsche viel effizienter als früher. Du brauchst in der Regel keine Vorwäsche und keinen 95-Grad-Waschgang.

Hier einige Tipps, um Wäsche richtig zu waschen:

  • Leicht und normal verschmutzt Buntwäsche kannst Du in der Regel bei 20 bis 30 Grad waschen, Weißwäsche bei 40 Grad.
  • Nutze am besten das Eco-Programm. Das dauert zwar etwas länger, benötigt aber auch weniger Wasser. Außerdem wäscht es bei niedrigeren Temperaturen und spart dadurch Stromkosten.
  • Einmal pro Monat solltest du deine Wäsche bei 60 Grad waschen, um Keimen in der Maschine vorzubeugen.

Übrigens: Eine Untersuchung des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2005 hat ergeben, dass Haushalte circa 70 Prozent ihres Energieverbrauchs und CO2-Emissionen beim Waschen einsparen können, wenn sie Waschgänge mit niedrigeren Temperaturen verwenden.

Verwende weniger Weichspüler.

Chemikalien wie die in Waschmitteln enthaltenen Duftstoffe sind teilweise schlecht biologisch abbaubar (UBA). Kläranlagen können die Stoffe nicht herausfiltern, weshalb sie in Gewässer gelangen und für Wasserlebewesen zur Gefahr werden können.

Spar dir das Geld lieber und wasche Textilien ohne Weichspüler. Handtücher fühlen sich ohne Weichspüler zwar etwas rauer an, saugen dafür aber Feuchtigkeit meist besser auf.

Spart viel Strom: Wäsche an der Leine trocknen statt im Wäschetrockner.

Halte dich an Dosierungshinweise.

So verhinderst du, dass weiße Waschmittelrückstände auf deiner Wäsche zurückbleiben. Außerdem gleichen manche Maschinen überschüssiges Waschmittel durch zusätzliche Spülgänge aus. Wenn du es nicht mit dem Waschmittel übertreibst, sparst du neben Chemikalien also auch Wasser und Energie.

Verzichte auf Wäscheduft.

Wäscheduft-Perlen sind oft teuer, bringen aber kaum etwas – zur Waschwirkung tragen sie jedenfalls nichts bei. Aber sie können das Wasser unnötig mit Chemikalien belasten.

Belade deine Waschmaschine richtig.

Denn mit zu wenig Wäsche in der Maschine verbrauchst du unnötig viel Wasser und Strom.

Richtig wäschst du mit dieser Faustregel der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH): Bei optimaler Befüllung ist zwischen Wäsche und Trommel noch eine Handbreit Platz.

Behandle schwierige Flecken vor.

Indem Du Flecken vorbehandelst, kannst du nämlich auf Bleichmittel verzichten. Benutze aber keine starken chemischen Fleckenmittel, sondern lieber Hausmittel.

Wenn du den Fleck zum Beispiel mit Gallseife einreibst, lässt es sich viel leichter lösen. (Hinweis: Gallseife wird aus Rindergalle gewonnen. Für Veganer ist sie nicht geeignet.)

Und nach dem Waschen?

Nachdem du die saubere Wäsche aus der Trommel genommen hast, musst du sie nicht in den Wäschetrockner geben. Der einfache Wäscheständer tut’s auch und schont nicht nur die Wäsche, sondern auch den Geldbeutel.

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